„Empathie ist eine Charaktereigenschaft, die die Welt verändern kann.“
~ Barack Obama
Als Führungskraft musst du nicht gleich die Welt verändern.
Für den Anfang reicht es, ein starkes und leistungsfähiges Team aufzubauen und Ergebnisse für dein Unternehmen zu erzielen.
Empathische Führung hilft dir dabei.
Aber was steckt eigentlich hinter dem Modewort? Das erfährst du in diesem Artikel. Ich zeige dir:
- was empathische Führung genau bedeutet und warum sie nichts mit Schwäche zu tun hat.
- welche Vorteile dir ein empathischer Führungsstil bringt und warum es sogar nachlässig ist, nicht empathisch zu führen.
- wie du empathische Führung lernst und in deinen Alltag integrierst– auch, wenn dir Empathie bisher schwerfällt.
Ich teile mit dir ausschließlich erprobtes Wissen aus meiner Arbeit als Interims-Managerin und Führungskräfte-Coach für Frauen. Keine graue Theorie – was ich dir hier mitgebe, setze ich als Leaderin genau so um.
Viel Spaß beim Lesen!
Was genau ist empathische Führung?
„Empathie ist das Sehen mit den Augen eines anderen, das Hören mit den Ohren eines anderen und das Fühlen mit dem Herzen eines anderen.“
So erklärt es Alfred Adler – ich erkläre es so:
Empathie bedeutet, die Gefühle und Bedürfnisse des Gegenübers zu verstehen und zu berücksichtigen.
Für dich als Führungskraft bedeutet das: Du siehst den Menschen hinter der Arbeit. Du hörst aktiv zu, nimmst wahr, was da ist und was vielleicht unausgesprochen bleibt.
Das ermöglicht dir:
- klarer zu kommunizieren.
- wirkungsvoller zu führen.
- stärkere Beziehungen zu deinen Mitarbeitenden aufzubauen.
Ein großer Teil von Empathie ist auch, etwas von dir zu geben und Gefühle zu zeigen: Du darfst dich freuen, mal Angst haben, aufgebracht oder traurig sein.
Empathische Führung ist aber keine Methode oder Führungsstil. Sie ist eine Grundeinstellung dafür, wie du mit anderen Menschen umgehst – beruflich wie privat.
Vielleicht denkst du jetzt: „In Ordnung Marna, aber wird mir das nicht als Schwäche ausgelegt?“ Guter Einwand – lass mich dir zeigen, warum das nicht der Fall ist.
Was empathische Führung NICHT bedeutet
Manche denken, Empathie sei eine Schwäche. Das Gegenteil ist der Fall: Sie ist eine grundlegende soziale Kompetenz, von der du als Mensch und Führungskraft nur profitieren kannst.
Hier sind häufige Missverständnisse über empathische Führung, die ich von meinen Klientinnen im Führungskräfte-Coaching immer wieder höre:
„Empathie kann ich mir nicht leisten – ich muss hart sein, um ernst genommen zu werden.“ Empathie bedeutet nicht, dass du dir alles gefallen lässt – du darfst und musst Grenzen setzen. Eine empathische Grundeinstellung hilft dir sogar dabei, weil du dein Gegenüber besser verstehst und auch seine Grenzen deutlicher erkennst.
„Ich muss sehr private Dinge erzählen.“ Ja, du darfst dich öffnen und Gefühle zeigen. Das bedeutet aber nicht, dass du über deine Kindheitstraumata berichten oder deine ganze Biografie ausbreiten musst. Du entscheidest, wie weit du dich öffnest.
„Empathisch sein bedeutet, sich die Probleme anderer aufzubürden.“ Verstehen heißt nicht übernehmen. Oft reicht es, aktiv zuzuhören und aufrichtig interessiert zu sein – das hilft mehr, als du denkst.
Nun weißt du, was empathische Führung bedeutet – und was nicht. Lass mich dir jetzt zeigen, warum fehlende Empathie in der Führung zu großen Problemen führt.
3 gute Gründe: Warum es als Leader*in nachlässig ist, nicht empathisch zu führen
Empathische Führung bringt dir viele Vorteile – und zwar so viele, dass es nachlässig ist, dich nicht mit dem Thema auseinanderzusetzen. Ich zeige dir, wie genau du von einer empathischen Grundhaltung profitierst.
Mit empathischer Führung baust du ein starkes und resilientes Team auf
Welcher ist einer der wichtigsten Werte, den du als Führungskraft besitzen kannst?
Genau: das Vertrauen deiner Mitarbeiter*innen.
Wenn dein Team dir vertraut, dann:
- kommen deine Mitarbeiter*innen frühzeitig mit Problemen zu dir, sodass du reagieren kannst.
- bleibt dein Team auch in stressigen Zeiten engagiert und loyal – die Teamresilienz steigt.
- spielen deine Mitarbeitenden ihre individuellen Stärken voll aus, statt nur Dienst nach Vorschrift zu machen.
Wie gewinnst du das Vertrauen deiner Mitarbeitenden?
Indem du dich aufrichtig für sie interessierst. Indem du ihre Bedürfnisse und Gefühle verstehst und berücksichtigst. Indem du in ihnen echte Menschen siehst und sie auch so behandelst.
(Es gibt leider immer noch zu viele Egofuzzies in Führungspositionen, die irgendwann einmal aus Glück die Karriereleiter hinauf gefallen sind. Ihre Persönlichkeit haben sie allerdings auf der untersten Sprosse liegen gelassen.)
Kurz: Du gewinnst ihr Vertrauen durch empathische Führung.
Auch deine Mitarbeiter*innen untereinander werden übrigens offener und empathischer miteinander umgehen. Teamprobleme lassen nach und es entsteht ein Zusammenhalt im Sinne von „Einer für alle, alle für einen!“
Du erzielst bessere Ergebnisse für dein Unternehmen
Als Führungskraft bist du für 5 Kernaufgaben verantwortlich.
Eine davon: Ergebnisse für dein Unternehmen erzielen.
Das ist, wofür du bezahlt wirst; das ist, was deinen Chef am Ende interessiert.
Falls du Unternehmer*in bist: Das ist, womit du Gehälter und letztendlich deine Miete zahlst.
(Die anderen 4 Kernaufgaben kannst du in diesem Artikel „Souverän führen lernen“ nachlesen.)
Nun ist die Rechnung ganz einfach:
Ein starkes und resilientes Team – das du dank Empathie aufgebaut hast – erzielt mehr und bessere Ergebnisse als demotivierte Mitarbeiter*innen.
Gleichzeitig kann empathische Führung die Ausgaben deines Unternehmens direkt senken. Wie? Viele Leute verlassen ein Unternehmen wegen der Führungskraft.
Umgekehrt gilt es aber genauso: Viele Menschen bleiben wegen der Führungskraft.
Und das rechnet sich: Recruiting und Einarbeitung kosten Zeit und Geld; und auch Interimsmanager*innen wie meine charmante Wenigkeit arbeiten nicht ehrenamtlich.
Unterm Strich zahlen Unternehmen für unempathische Führung also doppelt: erst für die versäumte Chance, dann für den Schaden.
(Was andererseits gut ist, denn so mangelt es mir nie an Interimsmandaten ;-).)
Du hast mehr Spaß und Erfüllung im Job
52.662 Stunden.
So viel Zeit verbringen deutsche Arbeitnehmer*innen in ihrem Leben laut einer Studie des RHI durchschnittlich auf der Arbeit. Bei Vollzeit-Arbeitenden dürften es sogar noch mehr Stunden sein.
Das ist ganz schön viel Zeit, oder? Umso wichtiger, dass du diese Stunden nicht im Dauerstress verbringst, sondern in einem Umfeld, das sich gut anfühlt.
(Und falls du den Dauerstress kennst: Hier zeige ich dir, was du bei Überforderung als Führungskraft machen kannst.)
Ein weiterer Vorteil einer empathischen Führung:
Wenn deine Mitarbeitenden sich von dir gesehen und verstanden fühlen, sind sie glücklicher und zufriedener in ihrem Job.
So wird die Atmosphäre im Team besser und die Arbeit macht allen mehr Spaß.
(Am Rande: Mehr Spaß am Job gewinnst du als Führungskraft auch durch gutes Zeitmanagement.)
Und? Habe ich dich vom empathischen Ansatz überzeugt?
Super! Dann sehen wir uns jetzt genauer an, wie du die empathische Führung in deinen Alltag integrieren kannst.
4 Übungen: So setzt du empathische Führung in deinem Alltag um
Kann man empathische Führung überhaupt lernen?
Die Erfahrung aus meinem Führungskräfte-Coaching für Frauen zeigt: Ja, das geht. Abhängig von deinem Startpunkt zwar nicht von heute auf morgen, aber du kannst in kleinen Schritten lernen, dich auf dein Gegenüber einzulassen.
Hier kommen 4 Übungen, mit denen du deine Empathie trainierst. Du kannst sie sofort und mit nur wenigen Minuten Aufwand umsetzen – probiere doch eine von ihnen direkt aus!
Erzähle etwas Privates
Viele Führungskräfte trennen privat und beruflich radikal.
Sie erzählen nichts über ihr Privatleben – du weißt nicht, ob sie verheiratet sind, ob sie Kinder haben, was ihre Hobbys sind.
Natürlich ist das dein gutes Recht – doch mit einer derart restriktiven Einstellung ist empathisch führen gar nicht möglich.
Je mehr du dich öffnest, desto mehr öffnen sich auch deine Mitarbeitenden. Teile deswegen auch mal etwas aus deinem Privatleben: Erzähle, wie dein Wochenende war. Dass du dir eine neue Couch gekauft hast. Oder was deine Pläne für den Sommerurlaub sind.
Du musst nicht deine intimsten Geheimnisse verraten. Kleine, persönliche Einblicke reichen vollkommen aus.
Im Gegenzug werden deine Mitarbeiter*innen auch private Dinge erzählen – der eine mehr, die andere weniger.
Das ist deine Chance, mit Empathie zu führen und damit das Vertrauen deines Teams zu gewinnen und zu stärken.
Höre aufmerksam zu
Stephen R. Covey sagte:
„Das größte Problem in der Kommunikation ist, dass wir nicht zuhören, um zu verstehen. Wir hören zu, um zu antworten.“
Viele Führungskräfte hören ihren Mitarbeiter*innen nicht aufmerksam oder aber nur mit halbem Ohr zu.
Empathische Leader*innen dagegen hören aktiv zu: Sie sind mit voller Aufmerksamkeit bei ihrem Gegenüber und interessieren sich aufrichtig für das Gespräch.
So fühlen Mitarbeitende sich gesehen und wertgeschätzt.
Was du außerdem machen kannst:
Stelle Zwischen- oder Verständnisfragen, kommentiere, wenn es passt und lass dein Gegenüber ausreden. Denn es gibt nichts Nervigeres als eine Person, die dir eine Frage stellt, nur um dich nach drei Worten zu unterbrechen.
Also: Höre deinen Mitarbeitern aktiv und aufmerksam zu – du wirst sofort empathischer führen.
Stell dich in die Schuhe des anderen
Ambiguitätstoleranz.
Dieser Zungenbrecher beschreibt die Fähigkeit, Dinge von verschiedenen Seiten betrachten zu können. Mehrdeutigkeit und Komplexität in Situationen zu akzeptieren und konstruktiv damit umzugehen.
(Das ist übrigens eins meiner Lieblingswörter. Ja, meine Kinder nennen mich manchmal einen Nerd ;-).)
Diese Fähigkeit ist nicht angeboren – du kannst sie üben.
Nimm dir dazu einmal fünf ruhige Minuten Zeit und stell dich in die sprichwörtlichen Schuhe eines Mitarbeitenden:
- Wie sieht die Situation aus der Perspektive des Mitarbeitenden aus?
- Wie könnte er oder sie sich dabei fühlen?
- Was würde ich mir an seiner oder ihrer Stelle von meiner Führungskraft wünschen?
So lernst du, andere Menschen besser zu verstehen und ihre Reaktionen nachzuvollziehen.
Das ist die Grundvoraussetzung für empathische Führung.
Erstelle einen Fragenkatalog
Eine offene und klare Kommunikation gehört zum Werkzeugkoffer jeder souveränen Führungskraft.
Wenn du nicht weißt, worüber du mit deinen Mitarbeitenden sprechen sollst, dann erstell dir einen Fragenkatalog.
Notiere einfache Fragen:
- Wie war dein Wochenende?
- Wie geht es dir?
- Was hast du im Urlaub vor?
„Marna, das sind aber ganz schön banale Fragen!“
Stimmt, und banale Fragen reichen für den Anfang völlig aus, damit dir der Gesprächsstoff nicht ausgeht.
Wichtiger ist, dass du die Frage ernst meinst und echtes Interesse an der Antwort deines Gegenübers hast. Frage nicht „Wie geht es dir?“, wenn du sowieso ein „Danke, gut“ erwartest.
So spüren deine Mitarbeiter*innen, dass du dich aufrichtig für sie, ihr Leben und ihre Bedürfnisse interessierst.
Sie werden dir dafür Vertrauen, Loyalität und überdurchschnittliche Leistung schenken.
Fazit
Empathische Führung ist ein mächtiger Hebel: für dich, dein Team, deine Ergebnisse.
Klar ist auch: Empathie fängt immer bei dir selbst an. Sie liegt in deinen Gedanken, deinen Überzeugungen und deiner Haltung.
Mein Workbook Leading Excellence für 0 Euro hilft dir dabei, Klarheit über dich selbst zu gewinnen:
Wo stehst du als Führungskraft? Wo kannst du ansetzen, um stärker zu führen? Wie setzt du als Leader*in richtig Ziele, um dich planbar weiterzuentwickeln?
Es reicht nicht, Wissen nur aufzusaugen. Wenn du es auch umsetzen und damit zu einer stärkeren Führungskraft werden willst:
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Viel Erfolg in deiner Führungsposition!
Deine Marna

